Ein elender Krieg!

Ein Jahr währt schon dieser schreckliche Krieg mit dem sinnlosen Gemetzel am Rande der NATO. Putin lässt nicht locker – kann er auch nicht mehr. Menschen sind für die Kremlführung nur Zahlen, zivile Opfer nur Kollateralschaden oder bewusst in Kauf genommen/gewollt.

In Deutschland spaltet sich die Gesellschaft mit Blick auf diesen Krieg gegen den westlichen Liberalismus und gegen den gewachsenen Einfluss der NATO in Osteuropa. Während der laute Teil der Grünen eine bis vor kurzem unvorstellbare Wandlung zur Kriegsrhetorik vollzieht, zerlegt sich die Linke vollends. Sahra Wagenknecht appelliert Seit an Seit mit den neuen Nazis an die Regierung für ein Waffenlieferstopp an die Ukraine während der Berliner Landesverband der Linken vor der Russischen Botschaft gegen Putin demonstriert.

Die großen Medien verfallen auch einer Begeisterung bei der Kriegsberichterstattung, klären über alle möglichen Waffendetails auf und stellen selten die Frage: Was kommt danach? Jeder Frieden kommt erst nach dem Krieg. Das Ukrainische Militär wird nicht bis nach Moskau vorstossen um den Kreml zu entmachten. Auch die Nato wird das nicht tun. Die Vorstellung eines ewig andauernden Abnutzungskrieges ist eine sehr sehr grausame! Mir fällt dazu nur Helmut Schmidts Definition der „Großen Scheisse“ ein. Dass die Friedensbewegung in weiten Teilen der Medien hingegen als naiv oder noch abwertender dargestellt wird ist unanständig. Die Werte, die wir meinen verteidigen zu müssen, sollten auch uneingeschränkt für diesen Teil einer Haltung gelten.

Offensichtlich geht es inzwischen um viel mehr als um einen begrenzten und damit begrenzbaren Konflikt im Europa. Es geht um die Sortierung einer neuen Weltordnung. Russland macht sich dabei zum nützlichen Ideoten der Chinesen. Vor einem Jahr schrieb ich, der Chinese lächelt und Erdogan kocht seine eigene Suppe. Aber der Chinese lächelt nicht nur, er kalkuliert offensichtlich sehr genau. Bislang lief alles positiv für China von den Rohstoffpreisen bis zur Stärkung ihres Anspruches auf Taiwan. Der Deutsche Bundeskanzler wird viel angefeindet von den Medien ob seiner zurückhaltenden Art / fehlenden Entschlusskraft. Als Kronzeugen der Wahrheit wird dann stracks mit dem Zimmermann über den Hof geritten. Es kommt einem vor als hätte der kleine Anton vor den Wörtern „Mama“ und „Papa“ die Wörter „Schwere Waffen“ ausgesprochen. Ich finde, Olaf Scholz macht das richtig. Wenn es nicht gelingt, durch internationale Diplomatie Russland so weit zu isolieren, dass Putin aufgibt oder aus dem Amt geputscht wird sind wir ziemlich am Arsch – auf lange Zeit – mit ungewissem Ausgang. Und ich sehe, da ist eine Menge Pessimismus in meinen Gedanken. Ich will da nicht weiter machen, sonst müsste ich euch auch noch von meinen letzten Träumen berichten…

Also jetzt konstruktiv! Mein Bruder hat einen Amboss erstanden und der braucht (kein Wortspiel) einen Stand. Ich habe dazu Buche aufgesägt und verleimt und gefügt so dass ein hohler schwerer Klotz entstanden ist, in den Sand gefüllt werden kann. Alles was ich dazu gelesen habe, brachte die Erkenntnis, dass ohne Sand auch noch der dritte Nachbar jeden Hammerschlag im Wohnzimmer mit bekommt.

so sollte das werden
fertig. Es passen 40 Liter Sand hinein

Dann hatte ich mit dem Holzwurm zu kämpfen. Ein kleiner Schreibtisch aus Eiche war wegen langjähriger Lagerung im feuchten Keller in bemitleidenswertem Zustand.

Einige Teile wie die Führungsleisten, die Schubladenseiten, die gesamte Tischplatte waren derart zerwurmt, dass sie nicht zu retten waren. An den Beinen habe ich zuerst versucht, mit Glutinleim das poröse Holz zu tränken und damit zu stabilisieren. Das Ergebnis war unzulänglich – Versuch macht kluch… Ich musste hier und da frisches Holz anleimen und neue Teile herstellen. Alle Fussenden habe ich neu angesetzt.

Schloss und Beschlag sind neu

Ordnung in der Werkstatt ist ein dauerndes Thema. Da ich noch oldschool CD’s abspiele und davon zu viele besitze, müssen die in einer Holzwerkstatt sinnvoll staubgeschützt verstaut werden. An einen Rolladenschrank hatte ich mich noch nicht heran getraut. Also eine Gelegenheit etwas Birke vom Holzboden zu holen und ein Schränkchen für 200 CD’s zu werkeln. Die Birke war der erste Stamm, den ich in Ahof habe aufschneiden lassen. Das war im Frühjahr 2012.

Zu tun gibt es immer und so verbringe ich inzwischen mehr Zeit in Ahof als in Potsdam oder auf Reisen.

Jetzt habe ich einen Sekretär aus Frankreich in der Werkstatt. Der obere Aufsatz ist fertig restauriert – ein paar Furnierstücke eingesetzt, geschliffen und neue Schellackpolitur.

Bei der Arbeit am Unterteil bin ich an meine Grenzen gelangt. Ich habe das Furnier einer Schublade abgenommen und festgestellt, dass sämtliches Furnier mit Kautschukleim (einer Art Schuhsohlenkleister) aufgebracht wurde. Da an sehr vielen Stellen Aufwerfungen im Furnier zu Tage getreten sind muss das wieder niedergelegt werden. Aber wie? Hautleim drunter spritzen bringt nichts, da die beiden Leime sich nicht annähernd vertragen. Ich habe Experten befragt aber noch keine Lösung. Radikal wäre, das Furnier mit viel Aceton zu lösen und abzunehmen, dann alles zu reinigen und mit Haut- und Knochenleim neu zu verleimen. Wirtschaftlich ist das nicht zu vertreten, da es sich um ein Möbel aus neuerer Zeit zu handeln scheint und emotionale Werte – wie ich vernommen habe – damit nicht zusammenhängen. Ich werde also experimentieren, ob ich den Kleber durchs Furnier angelöst und danach niedergelegt bekomme. Dazu hole ich mir noch die Meinung und das ok des Besitzers ein und werde hier berichten.

Bis dahin die besten Grüße aus der Nähe des Oderbruchs!

Schale aus Robinie

4 Kommentare zu „Ein elender Krieg!

  1. Leider hast du zu recht, aber blöd, wie wir geworden sind, dass sich nichts mehr ändern.
    Komm, demnächst auf ein Glas Wein,
    Beste Grüße
    Kay

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  2. Deine Beurteilung der weltpolitischen Situation und verschiedener Akteure deckt sich weitgehend mit meiner Einschätzung. Hinzu kommt ein verändertes Selbstverständnis des sog. Globalen Südens. Das alte Europa, dass sich über Jahrhunderte als Nabel und Maßstab der Welt betrachtet hat, fängt gerade erst an seine neue Position zu verstehen. Es knirscht im Gefüge der Mächte, dabei wäre es höchste Zeit, die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu schützen…. Die selbsternannte Krone der Schöpfung ist unter den Tieren wohl doch nicht das Klügste…..

    Beste Grüße Dirk

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