Herbst zu Winter

Seit März war auf diesem Kanal Funkstille. Frühling und Sommer sind dahin, die Tage werden dunkler. Der Krieg in der Ukraine hat sich zum Abnutzungskrieg entwickelt. Junge Männer (aber auch Kinder, Frauen, Alte) sterben auf beiden Seiten. Jeden Tag. Hier wird eher über Waffen diskutiert, in den USA über Geld. Ein Ende des Gemetzels ist nicht in Sicht.

In Deutschland ist die AFD (und gleichgesinnte Reichsbürger und Nazis) im Aufwind. Kein Ende dieser kruden und sehr beunruhigenden Entwicklung in Sicht. Die Medien suchen die Schuld bei den „etablierten“ Parteien, die beschimpfen sich gegenseitig (sogar innerhalb der „Fortschrittskoalition“) und weisen wiederum den Medien eine Verantwortung zu. Letztendlich hat aber doch der Wähler die Entscheidung. Wenn man „X“ öffnet und ein paar Kommentare zu politischen Themen gelesen hat, bleibt man mit seiner Frage allein, woher dieser abgrundtiefe Hass gepaart mit unfassbarer Dummheit oder Torheit rührt.

Und jetzt noch Nahost! Die Israelis stehen bis an die Zähne bewaffnet am Gazastreifen und die Hamas steckt in Tunneln unterhalb der Zivilbevölkerung und unter Krankenhäusern. Die Palästinenser und deren Sympathisanten hier schmeissen Molotowcocktails auf deutsche Synagogen und Steine auf Polizisten. Begleitet von einer hitzigen Debatte um das richtige Sprech. Darf man nach dem Terror bei all diesen Konflikten (Hamas ist ja nur einer) zwischen Israel und seinen „Nachbarn“ auf die menschenverachtende und völkerrechtswidrige Siedlungspolitik Israels verweisen? Was hat der Hinweis darauf mit einer Relativierung der grässlichen Verbrechen der Hamas zu tun? Ich fühle mich an eine Staatsräson – die das als nicht sagbar darstellt – nicht gebunden. Was auch immer eine Staatsräson im 21. Jahrhundert sein soll (was Machiavelli damit gemeint hat, dürfte der Bundeskanzler ja wohl nicht wollen).

So gehen wir also in diesen Winter.

Das soll nicht apokalyptisch klingen. Nein? Den Satz geschrieben und ihn doch umgehend für Unsinn befunden. Natürlich klingt das alles Scheisse! Ist es auch!

4 Kommentare zu „Herbst zu Winter

  1. Leider hast du zu Recht ,
    Problem ist, dass wir nichts ändern können, der Rest ist einfach zu doof.
    Wenn dann auch noch Trump wieder gewählt wird, können wir so und so zu machen.
    Vielleicht sollten wir mal wieder ein Glas Wein trinken und über anderes reden

    Beste Grüße

    Kay H. Jacobsen

    Like

  2. Natürlich ist das alles Sch.! Als Mutter zerreisst es mir das Herz, beim Gedanken an all die toten Kinder, Teenager, Frauen, Männer – ob nun mit oder ohne Uniform. Letztlich sitzen ganz weit weg Leute, die sich aus dem Elend die Taschen füllen und der einfache Mensch bezahlt mit seinem Leben oder der Gesundheit. Haben wir das nicht mal alles im Stabüunterricht gelernt? Warum hat der Mensch nicht so viel Einsehen, lieber gemeinsam und gleichwertig zu leben, als jeder für sich zu leiden?

    Like

  3. Das trifft ziemlich genau meine Haltung und Stimmungslage. Hinzu kommt die geopolitische Dimension der Konflikte und die zunehmende Unfähigkeit der Weltgemeinschaft zur Lösung derselben konstruktiv beizutragen. Geschweige denn, sich existenziellen Fragen wie Biodiversität, Klimawandel oder einer nachhaltigen Lebensweise zu stellen.Der Mensch als Krönung der Evolution? Wohl eher ein Irrweg…
    Grüße vom Vogelkieker Dirk

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Regine Rüss Antwort abbrechen