In der Werkstatt habe ich allerhand geräumt, zusammen geschoben und mich wieder an den Sekretär heran gemacht.

Nachdem ich den „Dachaufbau“ überarbeitet habe, habe ich alle Schübe zerlegt, gekürzt und wieder verleimt. Zwei der Schubladenfronten waren derart gewölbt, dass ich mich entschloss, vor dem Neuverleimen etwas dagegen zu tun. Ich habe dazu auf der Innenseite ein starkes Furnier aufgeleimt (im Fachjargon Gegenzug genannt). das hat gut geklappt.

Danach kamen die Seiten ran. An den unteren Partien waren erhebliche Schäden – besonders an den Kanten – zu beheben. Ich musste dazu einiges an gesplittertem und ausgebrochenem Holz wegfräsen und durch neues ersetzen. Dazu nutzte ich massive Mahagoni-Brettchen. Mit welchem Mahagoni das Nadelholz des Sekretärs furniert wurde, weiss ich nicht. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen ist der Handel mit amerikanischem Mahagoni verboten. Bei mir hat sich über die Zeit ein wenig Mahagoni angesammelt, ich weiss auch da nicht immer, um welche Art es sich genau handelt. Ich suche möglichst passende Stückchen heraus.

Und immer wieder findet man eine lose Furnierstelle oder steht vor einem fehlenden Stück und überlegt, ob oder wie man es ersetzt. Ich habe die Ausbesserungen nicht gezählt, aber es waren Dutzende. Zwischendurch wurde hier und da immer wieder grundiert, mit Bims- oder Ziegelmehr geschliffen und mit Schellack poliert. Eine Zeitintensive Prozedur.

Die Rückwand wurde von Stahlnägeln befreit und mit Holznägeln befestig

Die Schreiblade ist mit Stoff ausgeschlagen. Der vorhandene war zerschlissen. Ich habe Billardtuch bestellt und zu geschnitten. Da ich das zum ersten mal gemacht habe, musste ich üben. Beim dritten mal hat das geklappt…

Die grosse Klappe habe ich innen und aassen fertig poliert und mit den reparierten Scharnieren eingepasst. Für die Schübe waren ohne grösseren Aufwand keine Schlösser zu bekommen. Die vorhandenen habe ich gängig gemacht und bei den anderen zwei Schüben den jeweiligen Schlitz mit Messingplatten blind verschlossen. In die in der Vorzeit gebohrten Löcher habe ich zwei Beschläge eingelassen, die ich halbweg passend fand.

Danach konnte ich den Dachaufbau verleimen und das Kranzgesims anleimen.

Füsse wurden auch angeleimt, Schlüssel gefeilt, und immer wieder hier und da poliert, poliert, poliert… Irgendwann war der Sekretär dann auch fertig. Ich auch!

Zumindest habe ich jetzt wieder ein klein wenig mehr Platz in meiner Werkstatt.

11 Kommentare zu „Biedermeiersekretär, die Vierte und Schluss

  1. Wahnsinnsarbeit und Wahnsinnsergebnis…,

    liebe Grüße!

       

    Gesendet: Samstag, 13. Februar 2021 um 18:37 Uhr Von: "rainerspeer" <comment-reply@wordpress.com> An: iris.soike@web.de Betreff: [New post] Biedermeiersekretär, die Vierte und Schluss

    rainerspeer posted: " In der Werkstatt habe ich allerhand geräumt, zusammen geschoben und mich wieder an den Sekretär heran gemacht. Furnier anlegenEcken ausbessernund immer wieder lose Stellen leimenDübel aus Mahagoni anstelle SchraubenDas Oberdeck ist poliert Nachdem"

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  2. Sehr beeindruckend, der ist ja gar nicht wiederzuerkennen. Großartig auch, wie schön sich das Furnier auf dem Schinkelgiebel ins Furnierbild einfügt. Dass muss man jetzt schon wissen, dass das von einem anderen Blatt stammt, damit einem das überhaupt auffällt.

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  3. Sehr beeindruckend, der ist ja gar nicht wiederzuerkennen. Großartig, wie sich das neue Furnier am Schinkelgiebel ins Furnierbild einfügt. Wenn man nicht weiß, dass das von einem anderen Blatt stammt, würde man meinen, das sei aus dem gleichen Stamm.

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