Der längste Tag des Jahres ist vorüber. Der hat zwar auch nur 24 Stunden, es ist aber lange hell in Mitteleuropa. Nun naht also schon wieder die dunkle Jahreszeit.

Nach dem Bau eines speziellen Hobels, den ich für die Hauseingangstür aus Eiche benötige, musste ich einige Bohlen zersägen. Die Tür wird einen Meter breit und zwei Meter zwanzig hoch. Und sie wird massiv! Zur Bestellung der Bänder habe ich sicherheitshalber das Gewicht berechnet. Zwei Mann werden schwer daran zu tragen haben! Die Bänder sind bis 160 kg ausgelegt. Das Türblatt wird mit Doppelfalz versehen und hängt in einer massiven Blockzarge aus Eiche im Querschnitt 65x70mm. An der Aussenseite der Tür sollen rund profilierte Bretter quer angebracht werden.

Das Projekt geht schon länger in meinem Kopf herum. Eingebaut wird die Tür auf Kreta. Wie wird sich das mit den klimatischen Bedingungen vertragen? Die Luftfeuchtigkeit schwankt dort zwischen 67 und 74 Prozent. Es regnet 6 Monate von Herbst bis Frühjahr und im Sommerhalbjahr kaum. Bei uns ist es im Winter deutlich feuchter, ansonsten ähnelt sich das. Sonne ist im Süden aber viel intensiver. Ich muss das bei der Konstruktion besonders der „Aussenhaut“ berücksichtigen.

Die schweren Eichenbohlen habe ich mit Hilfe eines Freundes gleich auf dem Holzboden grob zugesägt. Das macht auch das Handling einfacher. Zur Erleichterung habe ich vor ein paar Jahren eine elektrische Seilwinde an einem sehr starken Balken mit einem schwenkbaren Ausleger installiert.

Die Teile kamen dann alle auf die Abrichte, anschliessend durch den Dickenhobel.

Danach kamen viele Zwingen zum Einsatz. Für den Rahmen der Tür habe ich auf 30 sowie 20mm gehobelte Bretter miteinander verleimt. Das wird die spätere Konstruktion ein wenig am Verziehen hindern. Für die inneren Füllungen habe ich Bretter genutet und mit Fremdfeder verleimt.

Das mittlere Querteil des Rahmens wird mit 14er Flachdübeln mit den Seiten verbunden, das obere und untere Rahmenteil wird mittels Schlitz und Zapfen mit den Senkrechten verbunden. Die Zapfenlöcher habe ich mit der Oberfräse von beiden Seiten auf die maximale Tiefe (mein 16er Nutfräser schafft 50mm Tiefe) gefräst, dann gebohrt und den Rest mit Stossaxt Stechbeiteln bearbeitet. Für die abgesetzten Zapfen hat meine Tischkreissäge die nötige Vorarbeit geleistet, angepasst wurde das mit Sims- und Bankobel.

Das Ganze wird jetzt – wie gesagt – schwer! Also werde ich das für die nötigen folgenden Arbeitsschritte unverleimt lassen. Es müssen jetzt jeweils Fälze, der Schliessmechanismus und die Bänder eingesägt bzw – gefräst werden. Ich nutze ein Mehrfachverriegelungsschloss von Winkhaus mit zusätzlich vier Bolzen, die in entsprechende Schliessbleche in der Blockzarge greifen. Die drei Bänder Baka Protekt sind von Siemonswerk, die sind in der Höhe und im Anpressdruck verstellbar.

Probeweise passt das alles ganz gut.

Heute sollen 30 Grad werden. Also besser an den See!

Fortsetzung folgt.

3 Kommentare zu „Die Tür nach Süden

  1. Tolles Projekt – gefällt mir!
    Erinnert mich irgendwie an den Bau meiner Hobelbank.
    Wie wird die Türe wenn sie fertig ist, an ihren Bestimmungsort transportiert?

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      1. viel Spaß mit „übers Meer paddeln“ haha!!! Na sieht doch schon gut aus!!! Bin auf die Vorderseite gespannt! Im Übrigen kommt die Tür zwar in (!) den Süden, geht aber nach Osten:))
        Mach keinen Streß, der „Kleintransporter“ ist gerade mit 9 Fenster(-türen) vollgepackt! Ich fahre am Montag oder Dienstag abend los (ist wieder mal Fährenchaos nach Corona) und bin ca am 20.07. wieder hier. Halt die Ohren steif und hab ne schöne Zeit! Wird gut!
        LG Thomas

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