Alpenstühle Teil Zwei

Das ist die Frässchablone für die Rückenlehne

Rechtzeitig vor dem Arbeitseinsatz haben wir uns an die Restaerbeiten gemacht. Zuerst sägten wir eine Schablone aus Sperrholz. Das Kleblatt als Durchbruch durch die Rückenblehne wurde grob mit der Stichsäge ausgesägt und danach mit dem Konturfräser in Form gebracht.

Um die Lehne schön geschwungen zu bekommen haben wir Vorder- und Rückseite mit der Tauchsäge verschieden Tief eingeschnitten. Dann kam mein in Tanzania aus Afrikanischer Akazie gebauter Schrupphobel zum Einsatz. Auch mein für das Bibliotheksprojekt gebaute konvexe Hobel tat einen guten Dienst. Eine schweisstreibende Angelegenheit bei zum Teil 35 Grad Celsius. Die Gartendusche schuf von Zeit zu Zeit Abhilfe.

Erst jetzt konnten wir die Kontur für die Lehnen entwerfen und das Ganze aussägen.

Mit Schweifhobel, Raspeln, Sandpapier und der Hilfe der Kantenfräse wurden die Lehnen in die endgültige Form gebracht. Dann ging es an die Sitzflächen. Ich habe mich das erste mal mit einem Zweihandscorp ausprobiert und die erste Fläche 15 mm tief ausgearbeitet. Vor längerer Zeit habe ich einen Satz verschiedener Minihobel in China gekauft. Einer davon half den Boden zu glätten. Die zweite Sitzfläche war widerborstiger. Die Kiefer war sehr wild gewachsen. Ich habe deshalb entschieden, die Fläche mit einem flach balligen Schnitzeisen zu strukturieren. Das ist dann die rustikale Variante.

Jetzt folgte das Einkeilen der Beine. Danach wurden die Sitzflächen mittels Keilen unter den Stuhlbeinen mit der Wasserwaage ausgerichtet und die Position parallel zum Boden angezeichnet, abgesägt und Fase dran. Oben verputzt und fertig waren die Stühle bis auf die Initialisierung. Dafür kamen wieder verschiedene Schnitzeisen zum Einsatz.

Inzwischen sind die Stühle bei Uwe, dem einen der beiden Hüttenwarte und wahrscheinlich schon mit dem Hubschrauber zum Brandenburger Haus hinauf geflogen. Nächste Woche reisen wir hinterher. Das Projekt hat richtig Spass gemacht!

4 Antworten auf „Alpenstühle Teil Zwei

  1. Salve Rainer,
    die sind richtig schick geworden!
    Ich hatte nach deinem ersten Beitrag schon Angst, dass die Rückenlehne gerade bleibt. Auch solche Stühle gibt es – wir haben noch 2 davon auf unsere Vereinshütte, mitlerweile zu Gartenstühlen degradiert – trotzdem unbequem!
    Deinen Ansatz die Lehnen erst rund „zu schneiden“ und dann zu hobeln, finde ich interessant. In einem Video aus USA hab ich mal gesehen, dass dort Abenteurer die Bretter mit einem schrägen Anschlag versetzt über das Kreissägeblatt schieben und so die Rundung quasi fräsen. 😱
    Ich hätte vermutlich die Lehne in schmalere Leisten geschnitten und in kleinem Winkel verleimt. Danach ausgehobelt.
    Zum Ausarbeiten der Sitzfläche hab ich auch schon diverse Werkeuge ausprobieren dürfen. Mit großem Abstand hab ich die besten Ergebnisse mit dem Travisher gemacht.
    Herzliche Grüße
    Volker

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